Kunstpavillon - Die Idee an sich
Die Idee zum „Kunstpavillon“ entstand bereits im Sommer 2003. Im Jahr zuvor wechselte ich meinen Atelierstandort vom Berggebiet in die Siechenstraße und damit auch meinen philosophischen Spaziergang von Wald und Wiesen des Berggebietes zum Uferweg entlang des Kanals in den Hain. Dies hatte zur Folge, dass sich ein neuer Themenkreis in meiner Malerei ergab: Human Nature – Bilder vom Menschen und von der Natur und von dem Zusammenwirken des Ganzen. Ich neige nun dazu, meine Kunstwerke gerne nahe der Inspirationsquelle auszustellen. Mit diesen Gedanken streifte ich also im Sommer 2003 durch den Hain und sah die dort vorhandenen Pavillons nun mit ganz anderen Augen. Geradezu ideal präsentierten sie sich mit der interessanten, sehr unterschiedlichen Bauweise, der durchlässigen Architektur, Säulen, die eine Präsentation von Kunstwerken direkt in der Natur ermöglichten. Damit war die Idee bereits geboren, ich begab mich an die Planung, erstellte ein Konzept und wandte mich an das Kulturamt Bamberg mit der Bitte um Genehmigung. Nach einigem Hin und Her und Rücksprache mit dem Gartenamt war es dann perfekt – das Grundkonzept:
Bereits in früheren Zeiten wurden die Pavillons kulturell genutzt, die Bürger-/innen trafen sich zu kulturellen Vergnügungen an den Pavillons, man flanierte durch den Hain. In den letzten Jahrzehnten waren die Pavillons etwas in Vergessenheit geraten, lagen etwas brach. Das sah man Ihnen auch an. Sie waren vernachlässigt.
Der „Kunstpavillon“ nun belebt diese wunderbaren Orte in bestmöglicher Art. Der erste Sonntag im August ist für die Bamberger Kunstszene nun kein „Sommerloch“ mehr. Es tut sich etwas. Für einen Tag wandeln sich die Pavillons zu Orten der Kunst und der Muße. Künstler-/innen, die in Bamberg und Umgebung ansässig sind, zeigen ihre Werke. Musiker mit akustischen Instrumenten untermalen gelegentlich die Kunstaktion oder es führt ein Schauspieler literarisch durch die Ausstellungen. Eine Veranstaltung gänzlich ohne „Event-Charakter“, die ihre Kraft aus dem Miteinander von Mensch, Kunst und Natur zieht. Dem Motto getreu werden keine Licht- oder Tonanlagen installiert und so mancher Künstler, so manche Besucherin sind schon völlig erstaunt mehrmals an einem Kunsttag um die Pavillons gewandert – einfach um zu sehen wie der Stand der Sonne und das Spiel des Schattens einen natürlichen Zauber über die Kunstwerke wirkt.
Für die Künstler-/innen, die ihre Werke präsentieren bedeutet das einen hohen Einsatz von Energie, der Aufbau beginnt gegen 7 Uhr, offiziell wird der „Kunstpavillon“ um 10 Uhr eröffnet. Der Tag ist ausgefüllt mit Begegnungen und Gesprächen und endet gegen ca. 19 Uhr. Darauf folgt der Abbau der Ausstellungen. Grundthema für die Künstler-/innen ist natürlich die Auseinandersetzung mit dem Ort. Der Bürgerpark Hain ist nicht nur ein Erholungspark für den Menschen sondern hat mit seiner außergewöhnlichen Tier- und Pflanzenwelt auch den Status eines Naturschutzgebietes. Die Pavillons haben historischen Wert, und wurden in den letzten Jahren dankenswerter Weise sehr schön restauriert. Künstler, die heute am Pavillon ihre Werke präsentieren arbeiten mit diesen Gegebenheiten. In besonderen Jahren wird ein zu bearbeitendes Thema ausgerufen, beispielsweise 2008: E.T.A.-Hoffmann.
Einzigartig ist die Vielfalt der Begegnungen. Der Hain ist im Sommer ein sehr beliebter Aufenthaltsort, es sind Ausflugslokale, das Hainbad und Sportmöglichkeiten vorhanden. Ganz in der Nähe gibt es ein Parkhaus für diejenigen Besucher, die nicht mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind oder von weiter her kommen. Durch die Platzierung der Pavillons und ihrer offenen einladenden Architektur entstehen mögliche unbewusst vorhandene Hemmschwellen, Künstler-/innen anzusprechen, gar nicht erst. Die Besucherzahlen sprechen für sich. Im ersten Jahr (2004) kamen ca. 350 Besucher, je nach Wetterlage steigerte sich dies auf aktuell (2011) ca. 1200 Besucher.
Der Nachhaltigkeit entsprechend wird der „Kunstpavillon“ jedes Jahr am ersten Sonntag im August an den Pavillons im Bürgerpark Hain in Bamberg durchgeführt. Ich werde auch weiterhin den „Kunstpavillon“ organisieren. Interessierte professionelle Künstler-/innen können sich jederzeit mit mir in Verbindung setzen.
